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amo ergo sum

RENÉE ou RENÉ-Serie 1

1977

In ihren mehrteiligen SW-Fotoarbeiten bedient sich Renate Bertlmann der Fotosequenz, einer Verfahrensweise, mit deren Hilfe man Zeit- und Darstellungsabläufe vermitteln kann. Diese Möglichkeit inszenierender Fotografie gewinnt für die gesellschaftskritische Analyse von geschlechtsspezifischen Rollenposen eine besondere Bedeutung, die als künstlerische Selbstinszenierung verwirklicht wird. Mit einem Herrenanzug bekleidet wird z.B.eine weibliche Schaufensterpuppe umworben und verführt. Feministische Reflexion, Performanceelemente (als Selbstdarstellung) werden von Bertlmann zu einem fotografischen Rollenspiel inszeniert, zu einer Befragung männlicher und weiblicher Verhaltensmuster, die zwischen beiden Polen wechseln und diese enthüllen bzw. entschlüsseln. Bereits in den 70er-Jahren hat die Künstlerin sich intensiv den Themen Sexualität, Rolle und Stellung der Frau, Beziehung zwischen den Geschlechtern angenommen. Ihre Ausdrucksmittel reichen dabei von Performance, über Objekte, Zeichnungen, Malerei, Texte bis hin zu Fotografie.
Text: Carl Aigner